„Der Staatswald in Rheinland-Pfalz wird bis Ende 2014 mit dem FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft zertifiziert“, erklärte Forstministerin Ulrike Höfken und stellte heute ihren Kabinettskollegen den Zertifizierungsprozess vor. „Mit dem Label FSC (Forest Stewardship Council) wollen wir den Abnahme-Unternehmen sowie den Verbraucherinnen und Verbrauchern die bewusste Entscheidung für ein nachhaltiges Holz-Produkt ermöglichen. Gleichzeitig soll durch die unabhängige Zertifizierung der hohe Standard des naturnahen Waldbaus in Rheinland-Pfalz dokumentiert und erhalten werden“, erklärte Höfken. In Rheinland-Pfalz wolle man den Rio-Auftrag für nachhaltiges Wirtschaften unter anderen mit dieser Maßnahme umsetzen, so die Ministerin, die als Vertreterin der deutschen Umweltminister an der Konferenz in Rio teilnahm. Anerkannte Gütesiegel wie FSC seien weltweit ein wichtiges Instrument, um sicher zu sein, kein Holz aus illegalem Raubbau zu verwenden.
Ein großer Teil des weltweit genutzten Holzes stamme aus illegaler Abholzung, erläuterte Höfken. Eine Studie des WWF gehe davon aus, dass jährlich 2,8 Millionen Kubikmeter illegal eingeschlagenen Holzes aus Brasilien in die EU importiert werden, neun Prozent davon nach Deutschland. „Damit Instrumente wie zum Beispiel die neue EU-Gesetzgebung zum Verbot des Importes von illegalem Holz (FLEGT) greifen können, muss Herkunft und Herstellung nachvollziehbar sein. Die Zertifizierung ist dafür ein Schlüsselfaktor“, so die Ministerin.
Industrieländer haben beim Umgang mit ihrem Wald eine Vorbildfunktion. In Rheinland-Pfalz werde daher, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, der Staatswald nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet und stufenweise FSC-zertifiziert. Bereits 2012 sollen die ersten 12 der 45 Forstämter und damit etwa 20 Prozent der Staatswaldfläche das Label erhalten. Das Voraudit für diese ersten Forstämter wurde am 15. Juni 2012 abgeschlossen. Die FSC-Qualitätsstandards würden jährlich überprüft, berichtete die Ministerin.
FSC ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die von Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Unternehmen unterstützt wird und weltweit eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung fördert. Das FSC-System wurde 1993 als ein Ergebnis der Konferenz „Umwelt und Entwicklung" in Rio de Janeiro gegründet und hat einen länderübergreifend einheitlichen Standard entwickelt. „Ziel ist es, den Wald so zu bewirtschaften, dass die ökologische Vielfalt erhalten bleibt, die lokale Bevölkerung und die Anforderungen der Arbeitnehmer einbezogen werden und es zugleich ökonomisch rentabel ist. Dem Prinzip Nachhaltigkeit wird also im besten Sinne entsprochen“, so Höfken.
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Wald/Rio+20