Klassische Schweinepest (KSP)

Hausschwein
Hausschwein

Die Klassische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen. Sie wird durch ein Virus hervorgerufen und ist durch eine hohe Krankheits- und Sterblichkeitsrate gekennzeichnet. Als hauptsächliche Überträger der KSP sind erkrankte Schweine aber auch virushaltige Fleisch- und Wurstwaren sowie Schlacht- bzw. Speiseabfälle anzuführen. Auch indirekt kann das Virus über kontaminierte Gegenstände (Messer, Stiefel, Reifen etc.) verbreitet werden.

Die klinischen Symptome der klassischen Schweinepest sind vielfältig und stark vom Verlaufsgeschehen abhängig. Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage bis zu drei Wochen. Bei der akuten Form zeigen die Schweine hohes Fieber (41-42°C), Apathie, Inappetenz sowie Blutungen u.a. in der Haut, Schleimhaut und den lymphatischen Organen. Verläuft die Erkrankung chronisch zeigen die Tiere häufig zentralnervöse Störungen mit Krämpfen, Lähmungen und Bewegungsstörungen, Durchfall und Kümmern. Besonders empfänglich für das Virus sind Ferkel und Frischlinge, welche auch eine hohe Sterblichkeitsrate aufweisen. Bei tragenden Sauen steigt die Zahl an lebensschwach geborenen Ferkeln und Aborten an.

Rheinland-Pfalz ist seit Juni 2012 frei von Schweinepest bei Haus- und Wildschweinen nach über zehnjähriger Bekämpfung. Um eine Neuinfektion schnell zu erkennen wird weiterhin im gesamten Land ein stichprobenbasiertes Monitoring bei Wildschweinen durchgeführt.

Eine Gefahr der Übertragung auf den Menschen und andere Tierarten besteht nicht. Diese können aber als Überträger, sog. Vektoren fungieren.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Seuche leicht durch infizierte Wurst- und Fleischprodukte sowie Speiseabfälle, welche z.B. an Raststätten für Wildtiere zugänglich sind, verbreitet werden kann. Sie können also aktiv dazu beitragen, eine Wiedereinschleppung der Seuche zu verhindern, indem Sie Reste von Lebensmitteln nur in verschlossene Abfallbehältnisse entsorgen und Hobby-, Haus- und Wildschweine niemals mit Speiseresten füttern.

Auch wenn Rheinland-Pfalz frei ist von Klassischer Schweinepest, sind weiterhin im Rahmen eines Frühwarnsystems Proben durch die Jägerschaft zu nehmen. Hierzu ist erlegtes Schwarzwild stichprobenhaft, verendetes, krank erlegtes sowie durch Autounfälle zu Tode gekommenes Schwarzwild in allen Fällen zu beproben. Als Probe sind insbesondere Blut und Milz geeignet und werden zur Untersuchung auf Klassische und Afrikanische Schweinepest ins Landesuntersuchungsamt in Koblenz gebracht. Die Untersuchung  auf Klassische Schweinepest im Landesuntersuchungsamt Koblenz erfolgt für den Jäger kostenfrei. Weitere Informationen erteilt das zuständige Veterinäramt der Kreisverwaltung.

Sie haben die gesetzlich vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Sollten Sie bei Ihren Tieren Symptome der Klassischen Schweinepest feststellen, ziehen Sie bitte in jedem Fall nicht nur Ihren Tierarzt hinzu, sondern informieren auch das Veterinäramt zur Abklärung, ob tatsächlich diese Seuche vorliegt.