Energiebericht

Systembild Energiebericht
Energiebericht

Der Energiebericht Rheinland-Pfalz wird von der Landesregierung im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages zur Unterrichtung der Öffentlichkeit herausgegeben. Laut Beschluss des rheinland-pfälzischen Landtags vom 27.03.1992 wird er im zweijährigen Turnus erstellt.

Der Energiebericht gibt einen Überblick über die Handlungsfelder der Energiepolitik der Landesregierung unter anderem mit den Schwerpunkten Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Struktur und Entwicklung der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs, die Energiepreisentwicklung sowie die Entwicklung der energiebedingten Emissionen im Land.

Das Energieministerium veröffentlicht den Energiebericht alle zwei Jahre. Dieser spiegelt den Stand der Umsetzung der Energiewende im Land wider.

Der 16. Energiebericht basiert auf der amtlichen Energiebilanz und bezieht sich auf die Bilanzjahre 2022 und 2023.

Wesentliche Kernaussagen des 16. Energieberichts:

  • Die Stromerzeugung in Rheinland-Pfalz betrug im Jahr 2023 insgesamt 20,7 TWh (2022: 19,6 TWh). Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern erreichte mit 13,6 TWh einen neuen Spitzenwert (2022: 11,1 TWh). Mittlerweile stammt rund zwei Drittel der im Land produzierten Strommenge aus erneuerbaren Energieträgern.
  • Den mit Abstand größten Anteil an den erneuerbaren Energieträgern sowie erstmals den größten Anteil aller Energieträger trug 2023 die Windenergie bei. Die Stromerzeugungsmenge belief sich auf insgesamt 8,9 TWh (2022: 6,5 TWh). Dies entspricht einem Anteil von 65,6% an der erneuerbaren Stromerzeugung und 43,1% an der Gesamtstromproduktion. Erdgas wurde 2023 von Windenergie als wichtigste Ressource für die rheinland-pfälzische Stromerzeugung abgelöst.
  • Die Fotovoltaik trug im Jahr 2023 insgesamt 12% zur Stromerzeugung bei (2,58 TWh) und erreichte das bisherige Spitzenergebnis aus dem Vorjahr (2,63 TWh) annähernd wieder. Der Zubau an PV-Leistung im Jahr 2023 führte allerdings aufgrund der geringeren Zahl der Sonnenstunden im Jahr zu keiner weiteren Ertragssteigerung.
  • Der Stromverbrauch belief sich in Rheinland-Pfalz 2023 auf 27,1 TWh; er war 5% geringer als im Jahr zuvor und sank auf den niedrigsten Wert im gesamten Betrachtungszeitraum seit 1990. Der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung lag bei 50,1%.
  • Da die Produktion von Strom aus Erdgas in Rheinland-Pfalz im Zuge der Energie- und Wirtschaftskrise massiv zurückgefahren wurde (2023: −15%; 2022: −20%) erreichte die Stromerzeugung aus Erdgas einen Tiefstand (6,6 TWh), die Gesamterzeugung aus nichterneuerbaren Energiequellen belief sich auf 7,1 TWh (2022: 8,5 TWh). Ihr Gesamtanteil an der rheinland-pfälzischen Stromerzeugung reduzierte sich auf nur noch 34,4%.
  • Der Anteil der erneuerbaren Energien zur Deckung des Primärenergieverbrauchs belief sich 2023 auf 18,3% (2022: 15,1%).
  • Im Jahr 2023 belief sich der Primärenergieverbrauch in Rheinland-Pfalz auf 151,8 TWh. Gegenüber dem Jahr zuvor sank er um 8,2% (2022: -7,9%) außergewöhnlich stark. Ursächlich war vor allem die Energie- und Wirtschaftskrise, die durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde.
  • Die Anteile am Verbrauch von Endenergie verteilen sich auf die Sektoren Haushalte/GHD (53,4 TWh bzw. 43,4%), Industrie (36,5 TWh bzw. 29,7%) und Verkehr (33,2 TWh bzw. 26,9%). Im Jahr 2023 deckten die erneuerbaren Energieträger etwa 21% am Bruttoendenergieverbrauch, bezogen auf den Bereich Wärme und Kälte lag ihr Anteil bei etwa 14%.

16. Energiebericht Rheinland-Pfalz (pdf; ca. 2,9 MB)

Anhang (pdf; ca. 1,8 MB)

Energiestatistik

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor stellt eine wesentliche Säule der rheinland-pfälzischen Energiepolitik dar. Im Stromsektor hat sich Rheinland-Pfalz das Ziel gesetzt, den Stromverbrauch im Land bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100% aus Erneuerbaren Energien zu decken.

Nachfolgend sind die wichtigsten energiestatistischen Daten zusammengestellt, die einen Überblick über den Ausbaustand der Erneuerbaren im Land geben.

Primärenergieverbrauch (PEV)151,8 Mrd. kWhDen größten Anteil am PEV hatten mit 38,8% Mineralöle und Mineralölprodukte, gefolgt vom Energieträger Erdgas mit einem Anteil von 34,6%.
Anteil der Erneuerbaren Energien am PEV18,3% bzw. 27,7 Mrd. kWh  Bedeutendster Energieträger ist Biomasse mit 13,1 Mrd. kWh bzw. 47,2%.
Endenergieverbrauch (EEV)123,1 Mrd. kWhBeim EEV waren Mineralöle und Mineralölprodukte mit 35,1% von wesentlicher Bedeutung. Erdgas hatte mit 29,2% den zweitgrößten Anteil am EEV.
Anteil der Erneuerbaren Energien am EEV8,7% bzw. 10,7 Mrd. kWhDer Anteil der Biokraftstoffe am EEV des Verkehrs betrug 6,0% bzw. 2,0 Mrd. kWh.
Bruttoendenergieverbrauch (BrEEV)123,6 Mrd. kWhDer BrEEV unterscheidet sich gegenüber dem EEV durch die Miteinberechnung der Verteilungs- und Übertragungsverluste sowie des Eigenverbrauchs der Energiewirtschaft und wird gemäß EU-Richtlinie 2009/28/EG ausgewiesen.
Anteil Wärme und Kälte am BrEEV59,8% 
Anteil der EE an Wärme und Kälte   13,7% 
Anteil der EE am BrEEV  20,5% 

  Anteil an ErzeugungAnteil am Verbrauch
Bruttostromverbrauch27,114 Mrd. kWh  
Bruttostromerzeugung20,717 Mrd. kWh 76,4%
Bruttostromerzeugung aus Erneuerbaren Energien13,582 Mrd. kWh65,6%50,1%
Windenergie8,921 Mrd. kWh43,1%32,9%
Photovoltaik2,582 Mrd. kWh12,5%9,5%
Biomasse1,081 Mrd. kWh5,2%4,0%
Wasserkraft  0,920 Mrd. kWh4,4%3,4%
Sonstige EE0,078 Mrd. kWh0,4%0,3%
Bruttostromerzeugung aus nicht Erneuerbaren Energien7,134 Mrd. kWh34,4%26,3%
Erdgas6,559 Mrd. kWh31,7%24,2%
Austauschsaldo (Import)6,398 Mrd. kWh 23,6%
Im Jahr 1990 lag der Anteil noch bei 72,6%