Maul- und Klauenseuche (MKS)

Schafe auf der Weide
Schafe auf der Weide

Die Maul- und Klauenseuche ist eine Seuche, die durch das Virus sehr schnell und leicht übertragen werden kann. Die Seuche kommt in sieben Serotypen und Untertypen (Varianten) vor und verursacht sehr hohe wirtschaftliche Verluste. Betroffene Tierarten sind die Wiederkäuer und Schweine, selten auch Kamele.

Klinische Anzeichen der Maul- und Klauenseuche sind Fieber, Entzündungserscheinungen mit Bläschenbildung und Schädigung der Maulschleimhaut, vermehrter Speichelfluss, Lahmheit durch Bläschenbefall der Klauen, Rückgang der Milchleistung. Insbesondere für die enorme Verbreitungsgeschwindigkeit ist relevant, dass Speichel und Milch der betroffenen Tiere das Virus schon Tage vor Ausbruch der Krankheit enthalten und es so weitergegeben werden kann.
 

In Rheinland-Pfalz ist diese Tierseuche seit 1974, in Deutschland seit 1988 nicht mehr aufgetreten. Dennoch werden in regelmäßigen Abständen Krisenübungen zum Auftreten der MKS durchgeführt, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Derzeit ist die Europäische Union frei von MKS. Seit 01. Januar 1992 darf in der Europäischen Gemeinschaft, abgesehen von "Notimpfungen", nicht mehr geimpft werden.
Die MKS ist weltweit verbreitet, seit Jahren treten auch immer wieder Fälle im EU-Grenzbereich, z.B. in der Türkei, dem Nahen Osten und Nordafrika auf.

Für den Menschen stellt die Maul- und Klauenseuche keine Gefahr dar.
Sollte es in Deutschland durch die Einschleppung des Virus erneut zu einem MKS-Geschehen kommen, können Verbraucher Konsummilch, Milchprodukte und Fleisch weiterhin ohne Bedenken verzehren.
Pasteurisierte Milch aus gemaßregelten Gebieten und die daraus hergestellten Produkte sind aus Verbraucherschutzaspekten sicher, ihr Verzehr ist unbedenklich, es besteht keine Gefahr für die menschliche Gesundheit.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Seuche auch durch infizierte tierische Produkte verbreitet werden kann. Sie können also aktiv dazu beitragen, eine Einschleppung der Seuche zu vermeiden, indem Sie von Reisen in Länder außerhalb der EU keine tierischen Lebensmittel mit in die EU bringen und somit ein Eintrag des Erregers in heimische Klauentier- und Wildbestände verhindern.

Auch bei Wildwiederkäuern kann die Maul- und Klauenseuche auftreten. Sollten Sie den Verdacht haben, dass ein von Ihnen erlegtes Tier von der Seuche betroffen ist, wenden Sie sich in diesem Fall umgehend an das Veterinäramt.

Die Maul- und Klauenseuche ist eine wirtschaftlich stark schädigende, weil sehr leicht und schnell verbreitende Seuche. Eine Impfung ist - abgesehen von „Notimpfungen“ - nicht zulässig.

Es ist von großer Bedeutung, dass Symptome frühestmöglich erkannt werden: bitte bleiben Sie daher aufmerksam. Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine MKS bei Ihren Tieren vorliegen könnte, müssen Sie umgehend das Veterinäramt informieren.Aufgrund ihrer enormen Bedeutung ist die MKS regelmäßig auch Gegenstand von Tierseuchenkrisenübungen und Fortbildungen, mit denen die Veterinärbehörden die Sofortmaßnahmen für den Ernstfall üben.