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Katrin Eder: „Fledermäuse sind faszinierende Tiere, die unser Ökosystem stabilisieren“

Umweltministerin weiht Fledermausbiotop in Insheim ein – Erkundung mit Taschenlampen – Viele Arten stark vom Aussterben bedroht
Erkundungstour mit Taschenlampen: Umweltministerin Katrin Eder unterwegs im Fledermausbiotop in Insheim
Erkundungstour mit Taschenlampen: Umweltministerin Katrin Eder unterwegs im Fledermausbiotop in Insheim
Großes Mausohr
Großes Mausohr

„Fledermäuse sorgen für das ökologische Gleichgewicht, indem sie Pflanzen bestäuben und Schädlinge bekämpfen, also die Insektenpopulation regulieren. Sommerkolonien von einigen Tausend Individuen – etwa an rheinland-pfälzischen Flüssen – können jeden Sommer bis zu zwei Millionen Insekten pro Kolonie vertilgen. Fledermäuse bevölkern Höhlen, Gewölbe oder Speicher bereits seit Tausenden von Jahren. Inzwischen sind allerdings viele Arten massiv vom Aussterben bedroht. Fledermäuse brauchen Sommerquartiere, Winterquartiere und ausreichend Insekten als Nahrung. Nur so können diese faszinierenden Tiere überleben. Deswegen freue ich mich besonders, heute in Insheim ein Fledermausbiotop einzuweihen“, erklärte Umweltministerin Katrin Eder. An der Besichtigung mit Taschenlampen und Outdoor-Kleidung nahmen auch Landrat Dietmar Seefeldt (Kreis Südliche Weinstraße), Jürgen Conrad, Vizepräsident der SGD Süd, Tanja Treiling, Ortsbürgermeister der Gemeinde Insheim sowie Kurt Garrecht, Erster Vorsitzender des Naturschutzverbands Südpfalz (NVS), teil.
 
Das Fledermausbiotop ist auf einer ehemaligen Schießanlage entstanden. Das Gelände ist mit einem Jungwald (überwiegend Akazien und Robinien) bedeckt, der durch Freiflächen und Gebüschreihen durchsetzt ist. Es stellt somit einen für Fledermäuse attraktiven Lebensraum dar. Der Naturschutzverband Südpfalz (NVS) hat das Projekt realisiert. Dort können mindestens zehn verschiedene Fledermausarten einen Lebensraum finden.

„Das Projekt ist ein Vorzeigeprojekt auch für die Zusammenarbeit der Naturschutzakteure über die Verbandsgrenzen hinweg. Besonders wertvoll ist, dass beispielsweise die vom Aussterben bedrohte Wimperfledermaus und Breitflügelfledermaus hier einen Lebensraum finden“, so Umweltministerin Eder.

Das Projekt umfasst folgende Bestandteile:

  • Der 129 Meter lange Zielzonengang der Schießanlage wurde zu einem Fledermaus-Winterquartier umgebaut.
  • Überwinterungsquartiere (Kästen) für Waldfledermäuse (unter anderem Großer und Kleiner Abendsegler) wurden an Bäumen angebracht.
  • Sommer- und Wochenstubenquartiere wie ein Dachboden wurden für baum- und gebäudebewohnende Arten (Dachraum- und Spaltenbewohner, wie das Mausohr oder die Wimperfledermaus) geschaffen.
  • Spezielle Steine wurden als Nischen für die Fledermäuse angebracht.
  • Nachtaktive Insekten wurden durch Ausbringen ihrer Wirts- oder Futterpflanzen gefördert. Damit haben die Fledermäuse mehr Futter.
  • Erhalt und Pflege des Gehölzbestands als strukturreiches lichtes Laubgehölz sind gesichert.
  • Es gibt ein Monitoring durch Expertinnen und Experten, um den Erfolg der Maßnahme zu verifizieren

Das Projekt wird durch Artenschutzmittel der SGD Süd in Höhe von 54.000 Euro gefördert. 
„Der Fledermausschutz hat in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich zur Erholung der Bestände beigetragen. Allerdings verzeichnen einige Arten wieder leichte Rückgänge, vermutlich aufgrund des Insektensterbens. Daher sind weitere und stetige Anstrengungen nötig, um diese faszinierende Artengruppe zu erhalten“, betonte Umweltministerin Eder.

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