Spiegel: „Schulacker sind Lernorte für Artenvielfalt und gesunde Ernährung“

Klimaschutzministerin Anne Spiegel besucht Gartenprojekt der Realschule Plus im Aartal in Hahnstätten / Gemeinsame Pflanzaktion mit Schülerinnen und Schülern.

„An Orten wie dem Schulacker in Hahnstätten wird ein wertvoller Beitrag geleistet, um bei Kindern und Jugendlichen die oft verloren gegangene Verbindung zur Natur, zu Boden, Wasser, Klima und zur Herkunft von Nahrungsmitteln wiederaufzubauen. Hier wird auch ein Bewusstsein geschaffen für die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen und für eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung“, sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel heute beim Besuch der Realschule Plus im Aartal in Hahnstätten. Dort informierte sie sich über das von der Herzenssache e.V. geförderte Projekt, nahm an einer „Ackerführung“ mit Schülerinnen und Schülern teil, startete mit ihnen eine Pflanzaktion und verköstigte mit den Kindern frisch geerntetes Gemüse.

Mit tatkräftiger Unterstützung durch die „GemüseAckerdemie“ ist das Thema Umwelt an der Realschule Plus seit Jahren ein zentrales Bildungsangebot. Auf dem Stundenplan stehen Themen wie gesunde Ernährung, Wertschätzung von Lebensmitteln und der Erhalt der Artenvielfalt. Ihr Lernort dafür ist der eigene „Acker“ an der Schule.
„Der Garten oder Schulacker als Bildungs- bzw. Lernort hat eine vielfältige Bedeutung: für den Erhalt der Artenvielfalt, für den Klimaschutz und die Klimaanpassung sowie als Grundlage für eine gesunde Ernährungsweise. Er ist der Ort, wo dieses Wissen wirkungsvoll im ‚Live-Labor Garten‘ vermittelt wird. Deswegen beraten und fördern wir bei der Anlage von Schulgärten“, betonte die Ministerin.

Mit der Aktion Grün die biologische Vielfalt erhalten

Spiegel wies weiter darauf hin, dass durch die fortschreitende Zerschneidung von Lebensräumen, Umweltbelastungen und zunehmend durch den Klimawandel zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten bedroht würden. So seien etwa die Hälfte der Brutvogelarten im Land sowie 65 Prozent der Schmetterlinge in ihrem Bestand gefährdet. „Um die biologische Vielfalt zu erhalten, müssen wir das Artensterben stoppen, müssen wir Lebensräume erhalten und verbinden. Schulgärten schaffen hierfür Kenntnisse, Bewusstsein und Kompetenzen. Diesem Ziel dient auch unsere Landesinitiative ‚Aktion Grün‘. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft, Gesellschaft und Kommunen wollen wir damit das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten und unsere Naturräume, also Wiesen, Wälder und Gewässer, schützen. Denn nur was wir kennen, werden wir auch schützen. Deshalb ist das Wissen über die grundlegende Bedeutung der biologischen Artenvielfalt und darauf bezogene Umweltbildung so wichtig“, betonte die Klimaschutz- und Umweltministerin.

„GemüseAckerdemie“ steigert Wertschätzung von Lebensmitteln

Schließlich dankte die Ministerin der unlängst mit dem Bundespreis Verbraucherschutz 2020 in der Kategorie „Projekt“ ausgezeichneten „GemüseAckerdemie“ für ihre praktische und alltagsnahe Bildungsarbeit. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Verein Ackerdemia und ihrem Gründer Christoph Schmitz. Ziel des Vereins ist es, bis 2030 jedes Kind zu erreichen und ein Ackerjahr vom Samen bis zur Ernte zu ermöglichen. „Das Projekt leistet einen Beitrag, damit sich die Zusammenhänge nachhaltigen Konsums im Bewusstsein und Handeln junger Menschen verankern. Die Angebote und besonders die kontinuierliche Vor-Ort-Begleitung der ‚GemüseAckerdemie‘ an Schulen unterstützen unseren Ansatz der Förderung von Schulgärten und der damit verbundenen Bildungsarbeit in sinnvoller Weise und ergänzen auch die im Klimaschutz- und Umweltministerium vorhandenen Informations-, Förder-, Beratungs- und Fortbildungsangebote.“