Klimaschutzministerin Spiegel informiert sich über Hochwasserlage in Wittlich

Stadtrat hat Hochwasservorsorgekonzept beschlossen / Pegelhöchststand mit 360 cm.

„Vor allem der Norden von Rheinland-Pfalz ist in einem bislang so nicht gekannten und dramatischen Ausmaß von der Unwetterkatastrophe getroffen. Aber auch hier in Wittlich kam es zu einer Überschwemmung der Innenstadt. Zwar haben der 2018 fertiggestellte Hochwasserschutz sowie die Renaturierung der Lieser Abhilfe geschaffen – sie konnten jedoch nicht verhindern, dass oberhalb die Lieser aufgrund der großen Wassermengen einen alten Damm überströmte und die Innenstadt überflutete“, sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel heute in Wittlich, wo sie sich gemeinsam mit dem Bürgermeister Joachim Rodenkirch vor Ort ein Bild von der Hochwasserlage machte. Mit 360 cm hat der für den Katastrophenschutz der Stadt relevante Pegel Plein einen neuen Höchststand gemessen – das entspricht einem 20 bis 50-jährlichen Hochwasser. „Mein Dank gilt allen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften, die seit Tagen unermüdlich im Einsatz sind“, erklärte die Ministerin.
 
„Die verheerenden Starkregenereignisse zeigen uns schmerzlich die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels und der Temperaturzunahme: Warme Luftmassen können mehr Wasser speichern, welches dann in kürzester Zeit abregnet. Wir haben es bei der zunehmenden Häufigkeit und Intensität dieser Extremwetterereignisse mit einer Folge des Klimawandels zu tun. Und wir müssen mit einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Starkregenniederschlägen sowie Dürren und Hochwasserereignissen rechnen“, so Spiegel weiter und betonte: Hier sei Vorsorge wichtig, auch wenn diese bei so dramatischen und großflächigen Starkregenereignissen an ihre Grenzen komme. 

Landesweit sind bereits mehr als 1.100 kommunale Vorsorgekonzepte in der Aufstellung, fertig gestellt, bereits in der Umsetzung oder die Kommunen haben erste Schritte Richtung Konzeptaufstellung genommen. Auch die Stadt Wittlich hat sich den Herausforderungen der zunehmenden Starkregenereignisse frühzeitig gestellt und unter anderem über die Aktion Blau Plus Maßnahmen und Renaturierungsprojekte für den Hochwasserschutz durchgeführt. Das Hochwasservorsorgekonzept der Stadt ist bereits vom Stadtrat beschlossen – hier müssen auch die Erkenntnisse des aktuellen Hochwassers mit einfließen. 

„Für die Erstellung örtlicher Vorsorgekonzepte stehen in Rheinland-Pfalz insgesamt 18 Millionen Euro bereit. 5,37 Millionen Euro hat das Klimaschutzministerium bereits bewilligt, mehr als 3,33 Millionen Euro wurden den Kommunen aufgrund entsprechender Anträge bereits zugesagt. Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Neben den Kommunen, den Bürgerinnen und Bürgern und dem Bund sind auch wir als Land gefordert und unterstützen die Kommunen weiterhin mit allen Möglichkeiten“, erklärte Spiegel abschließend.