Erwin Manz: „Bienen sind für unsere Lebensmittelversorgung unverzichtbar“

Klimaschutzstaatssekretär spricht bei Honigbienen-Ausstellung über Bedeutung der Insekten / Von rund 550 Bienenarten in Deutschland sind über die Hälfte (53%) bedroht, 39 Arten gelten bereits als ausgestorben oder verschollen

„Bienen sind für unsere Lebensmittelversorgung unverzichtbar. 80 Prozent der fremd bestäubten Blütenpflanzen sind auf Bienen angewiesen. Obst gibt es nur dank der eifrigen Nektar- und Pollensammlerinnen. Deshalb ist es so wichtig, sie zu schützen“, so Klimaschutzstaatssekretär Erwin Manz am Samstag bei der Ausstellung „Das Genie der Honigbienen“ mit Werken des bekannten Bienenfotografen Eric Tourneret auf der Genovevaburg in Mayen. Mit der Outdoor-Ausstellung will Mayen als Stadt der Bienen, zusammen mit dem Fachzentrum für Bienen und Imkerei des DLR Westerwald-Osteifel, die Welt der Honigbienen einer breiten, überregionalen Öffentlichkeit näher bringen.

Manz wies dabei sowohl auf die Bedeutung der Honig-, als auch auf jene der Wildbienen hin. Denn ein Blick auf die Rote Liste belegt die Dringlichkeit zum Schutz der Bienen: Von rund 550 Bienenarten in Deutschland sind über die Hälfte – 53 Prozent – mehr oder weniger stark in ihrem Bestand bedroht, 39 Arten gelten bereits als ausgestorben oder verschollen. Dazu kommt: 60 Prozent aller Wildbienenarten sind gefährdet. 

„Die Situation für Insekten und Bestäuber ist ernst. So finden nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten oftmals kaum Nahrungsangebote. Sie leiden unter Monokulturen in der Landwirtschaft sowie am Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide. Dort, wo sie hauptsächlich nur eine Pflanze finden, etwa Raps, können Bienen kaum überleben. Denn der Raps blüht nicht das ganze Jahr, die Bienen können somit nur für kurze Zeit Pollen und Nektar sammeln“, so Manz. 

Durch weniger Pestizideinsatz, eine nachhaltige Nutzung extensiven Grünlands, durch eine Anreicherung der oft monotonen Landschaften mit Kleinstrukturen wie Hecken, Bäumen und Ackerrandstreifen könne man einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz leisten, so Manz.

Aber auch mehr Grün in der Stadt hilft den Insekten und damit dem Erhalt der Artenvielfalt: Im Rahmen der Aktion Grün unterstützt das Klimaschutzministerium seit 2017 Artenschutzprojekte in der Stadt, etwa zum Erhalt von Streuobstwiesen für die Erhaltung von Biotopen, für Stadtgärten oder Blühstreifen.