Eder: „Naturschutz und Energiewende versöhnen“

Neue Klimaschutzministerin: Große Herausforderungen durch fortschreitende Klima- und parallele Artenkrise.

„Mit der durch die Klimakrise verursachten Erhitzung der Erde und dem Verlust der Artenvielfalt erleben wir derzeit zwei große, parallel zu bewältigende Herausforderungen. Leider werden beide Themen immer wieder gegeneinander ausgespielt. Naturschutz und Ausbau der erneuerbaren Energien im Gleichklang voranzubringen und miteinander zu versöhnen, sehe ich daher als die größte Herausforderung der nächsten Jahre“, erklärte die neue Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Katrin Eder heute nach ihrer Ernennung. 

„Der fortschreitende Klimawandel macht die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien unabdingbar, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen. Artenschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien dürfen kein Widerspruch sein. Daher werden wir, um den Ausbau der erneuerbaren Energien gut zu begleiten, ein Kompetenzzentrum Artenschutz mit einer Vogelschutzwarte gründen“, sagte die Ministerin. Zudem soll in einem offenen Dialogprozess, der diese Woche gestartet wurde, gemeinsam mit den Verbänden nach Lösungen gesucht werden, wie das Ziel der Landesregierung einer Verdoppelung der Windkraftleistung und einer Verdreifachung der Solarenergieproduktion auf naturverträgliche Weise erreicht werden kann.

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, im Korridor zwischen 2035 und 2040 die bilanzielle Klimaneutralität zu erreichen. Dieses notwendige, aber dennoch sehr ehrgeizige Ziel kann nur erreicht werden, wenn neben der Stromerzeugung auch andere Sektoren wie Wärme, Verkehr, Bau oder Ernährung ihren Beitrag leisten. „Mit dem Projekt ,klimaneutrale Landesverwaltung‘ wollen wir ressortübergreifend als Vorbild vorangehen“, sagte Eder. Grundlage ist eine CO2-Startbilanz, die Anfang 2022 zusammen mit einem „Leitfaden zur Erreichung einer klimaneutralen Landesverwaltung“ vorgelegt wird.

Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz muss auch die Mobilität leisten. Der CO2-Ausstoß des Verkehrssektors ist weiterhin ansteigend. „Die Eisenbahn und der ÖPNV bilden das Rückgrat einer klimaverträglichen Mobilitätswende,“ so Eder. „Attraktive Verbindungen, Komfort durch die Qualität der Haltestellen und Fahrzeuge sowie neue Tarifmöglichkeiten sind die Kombination, die einen Umstieg attraktiv machen. Diese Herausforderung werden wir mit dem Landesnahverkehrsplan angehen, bei dem es gilt, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Stadt, Stadt-Umland und Land zu berücksichtigen“, so die Ministerin.

„Parallel zum aktiven Klimaschutz müssen wir uns weiter gegen bereits eingetretene und zu erwartende Folgen der Klimakrise fit machen. Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat uns allen auf dramatische Weise vor Augen geführt, dass wir uns in allen Landesteilen auf Unwetter in bislang ungekannter Stärke und Hochwasser in kaum vorhersagbarer Größenordnung vorbereiten müssen“, sagte Eder. Hier ist technischer Hochwasserschutz ebenso gefragt wie großräumige Konzepte zu Renaturierung und Wasserrückhalt.

Die andere Seite des Klimawandels: Unter Hitze und Dürreperioden leiden in starkem Maße auch unsere Wälder. Vom Trockenstress geschwächte Bäume werden zur wehrlosen Beute von Borkenkäfern, alte Buchenbestände verdorren: „Auch unsere Forstwirtschaft steht vor ganz neuen Aufgaben und muss ein neues Gleichgewicht von natürlicher Waldentwicklung und forstlichem Umbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern finden“, erläuterte die Klimaschutzministerin.

„Dieser Auszug aus Herausforderungen des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität zeigt, welch große Aufgaben in den nächsten Jahren vor uns liegen. Ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe und verspreche, mich gemeinsam mit den beiden Staatssekretären Dr. Erwin Manz und Michael Hauer sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meines Ministeriums mit vollem Engagement und ganzem Herzen diesen Herausforderungen zu stellen“, sagte Katrin Eder abschließend.